Auf der Grundlage von verfügbaren Daten, die etwa 20 Studien mit Tiermodellen, Beobachtungen am Menschen, zeitlichen Korrelationen und pharmakologischen/toxikologischen Überlegungen umfassen, wurde ohne begründete Zweifel und ohne gegenteilige Beweise der Schluss gezogen, dass die Exposition von Säuglingen und Kindern mit Paracetamol viele, wenn nicht sogar die meisten Fälle von Autismus-Spektrum-Störungen (ASD) auslöst. Betroffene Kinder werden als Autisten oder als autistisch bezeichnet. Aufgrund der Einschränkungen benötigen viele davon – manchmal lebenslang – Hilfe und Unterstützung. Autismus geht oft mit Beeinträchtigungen der Sprachentwicklung und Störungen der Intelligenzentwicklung einher. Die relative Zahl der Fälle von Autismus-Spektrum-Störungen, die durch Paracetamol ausgelöst werden könnten, wurde jedoch noch nicht geschätzt. In dieser Studie untersuchten die Autoren Parker und Kollegen eine Reihe von Belegen, darunter die durch Paracetamol verursachte Verringerung des sozialen Bewusstseins bei Erwachsenen, die Prävalenz von Autismus-Spektrum-Störungen im Laufe der Zeit und grobe Schätzungen der relativen Anzahl von Autismus-Spektrum-Störungen-Fällen, die durch Paracetamol in verschiedenen Phasen der Neuroentwicklung ausgelöst werden. Sie kommen zu dem Schluss, dass die sehr frühe Periode nach der Geburt das größte Risiko für Paracetamol-induzierte Autismus-Spektrum-Störungen darstellt, und dass der nahezu allgegenwärtige Gebrauch von Paracetamol während der frühen Entwicklung möglicherweise für die Entstehung der großen Mehrheit, möglicherweise 90 % oder mehr, aller Fälle von Autismus-Spektrum-Störungen verantwortlich sein könnte. Obwohl sich seit mehr als einem Jahrzehnt die Beweise dafür häufen, dass Paracetamol für die neurologische Entwicklung schädlich ist, zeigen zahlreiche Studien, dass Paracetamol Kindern häufig in mehr als den derzeit zugelassenen Mengen und unter Bedingungen verabreicht wird, unter denen es keinen Nutzen bringt. Darüber hinaus konnte in Studien kein langfristiger Nutzen von Paracetamol für die pädiatrische Bevölkerungsgruppe nachgewiesen werden, so dass es angesichts der Risiken für die Neuroentwicklung keine stichhaltige Begründung für die weitere Verwendung des Medikaments in dieser Bevölkerungsgruppe gibt.

Parker W, Anderson LG, Jones JP, Anderson R, Williamson L, Bono-Lunn D, Konsoula Z. The Dangers of Acetaminophen for Neurodevelopment Outweigh Scant Evidence for Long-Term Benefits. Children (Basel). 2023 Dec 29;11(1):44. doi: 10.3390/children11010044. PMID: 38255358; PMCID: PMC10814214.

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